07 Sep. Die fünf häufigsten Fehler bei der Einführung eines digitalen Posteingangs
GAA Journal · Praxiswissen
Die Post ist gescannt, die E-Mails sind angekommen – und trotzdem werden Dokumente noch weitergeleitet, Daten abgetippt und Zuständigkeiten gesucht. Bei der Einführung eines digitalen Posteingangs entscheidet die Gestaltung des gesamten Ablaufs darüber, wie viel Arbeit sich tatsächlich einsparen lässt.
Ein durchgängiger Prozess verbindet den Eingang eines Dokuments mit seiner Erkennung, der Datenprüfung und der anschließenden Bearbeitung. Diese fünf Fehler sollten Unternehmen dabei im Blick behalten.
01 / Prozess
Der Prozess endet beim gescannten Dokument
Wenn Dokumente nach dem Scannen in einem gemeinsamen Ordner landen, bleiben viele Aufgaben bei den Mitarbeitenden: Sie öffnen Dateien, lesen Inhalte, benennen Dokumente um und suchen den richtigen Empfänger. Die Ablage ist digital, doch die Bearbeitung bleibt aufwendig.
So gelingt es
Planen Sie vom nächsten Arbeitsschritt aus. Was soll nach dem Eingang einer Rechnung, eines Vertrags oder einer Kundenanfrage passieren? Welche Daten werden benötigt? Welcher Workflow soll starten? Definieren Sie diese Schritte bereits bei der Konzeption. So lässt sich beispielsweise aus einer eingehenden Rechnung unmittelbar ein Vorgang zur Rechnungsprüfung und Freigabe anlegen.
02 / Eingangskanäle
Eingangskanäle getrennt organisieren
Briefpost wird gescannt, E-Mails landen in Funktionspostfächern und elektronische Rechnungen werden separat verarbeitet. Wenn jeder Kanal eigene Regeln und Ablagen hat, entstehen parallele Arbeitswege. Dasselbe Dokument kann mehrfach eingehen und unabhängig voneinander bearbeitet werden.
So gelingt es
Erfassen Sie alle relevanten Eingangskanäle und führen Sie diese in einem gemeinsamen Prozess zusammen. Legen Sie fest, wie Dokumente einem Vorgang zugeordnet und mögliche Dubletten geprüft werden. Berücksichtigen Sie dabei die Eigenschaften der Formate: Bei einer strukturierten E-Rechnung stehen Daten bereits maschinenlesbar zur Verfügung; sie sollten für die weitere Verarbeitung genutzt werden.
03 / Verantwortung
Zuständigkeiten und Ausnahmen offenlassen
Ein Dokument wurde erkannt und zugeordnet – aber wer bearbeitet es bei Urlaub oder Krankheit? Was passiert, wenn eine Kundennummer fehlt oder ein Anhang nicht lesbar ist? Ohne klare Regeln können Vorgänge liegen bleiben oder zwischen Abteilungen hin- und hergeschoben werden.
So gelingt es
Definieren Sie Verantwortliche, Vertretungen und einen Weg zur Klärung von Fehlerfällen. Dazu gehören verständliche Hinweise, vereinbarte Bearbeitungszeiten und eine Übersicht offener Vorgänge. Legen Sie außerdem fest, welche Rollen die jeweiligen Dokumente sehen und bearbeiten dürfen. Beziehen Sie die Fachabteilungen früh ein: Sie kennen die Fälle, die im Alltag zusätzliche Arbeit verursachen.
04 / Qualität
Automatisierung ohne Qualitätskontrolle einführen
OCR und KI können Dokumente erkennen und Informationen auslesen. Fehlerhafte Zuordnungen oder unvollständige Daten bleiben dennoch mögliche Ausnahmefälle. Werden solche Ergebnisse ungeprüft weiterverarbeitet, können beispielsweise Dokumente beim falschen Vorgang landen oder Rückfragen entstehen.
So gelingt es
Verbinden Sie die Erkennung mit fachlichen Prüfregeln. Welche Angaben müssen vorliegen? Welche Daten lassen sich mit vorhandenen Stammdaten abgleichen? Wann ist eine menschliche Prüfung erforderlich? Legen Sie fest, unter welchen Bedingungen ein Vorgang automatisch weiterlaufen darf. Werten Sie wiederkehrende Korrekturen aus, um Regeln und Verarbeitung gezielt zu verbessern.
05 / Produktivstart
Den Produktivstart zu knapp vorbereiten
Ein erfolgreicher Test mit wenigen Beispieldokumenten bildet den Arbeitsalltag nur teilweise ab. Unterschiedliche Anhänge, unvollständige Angaben, Lastspitzen oder fehlende Einstellungen in der Produktivumgebung können erst beim Start sichtbar werden.
So gelingt es
Testen Sie den vollständigen Ablauf mit repräsentativen Dokumenten und bewusst eingebauten Fehlerfällen. Prüfen Sie vor der Freigabe insbesondere:
- Alle vereinbarten Eingangskanäle, Dokumentenarten und Dateiformate sind berücksichtigt.
- Verarbeitungsregeln, Schnittstellen und Konfigurationen sind vollständig in die Produktivumgebung übernommen und geprüft.
- Berechtigungen, Vertretungen und die Bearbeitung von Fehlerfällen funktionieren.
- Die Mitarbeitenden kennen ihre Aufgaben und wurden in die Anwendung eingewiesen.
- Verantwortliche für den Start, die Überwachung und mögliche Störungen stehen fest; die fachliche Abnahme ist dokumentiert.
Alles aus einer Hand
GAA verbindet Posteingang, Software und Workflow
GAA begleitet Unternehmen von der Erfassung eingehender Dokumente über die Klassifizierung und Datenprüfung bis zum Start und zur Bearbeitung digitaler Workflows. Dazu stellen wir auch die passende Softwareumgebung für Dokumentenmanagement und Geschäftsprozesse bereit. Unsere Dienstleistungen, Softwarelösungen und der auf Wunsch übernommene Betrieb greifen dabei ineinander.
Welche Schritte automatisiert werden und wo eine fachliche Prüfung sinnvoll bleibt, richten wir an Ihren Abläufen und Anforderungen aus. Mehr dazu erfahren Sie auf unserer Seite zum digitalen Posteingang und intelligenten Inputmanagement.
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